WÜRZBURG/MAINFRANKEN - Ein bulgarischer Autokäufer ist am Montagabend Opfer einer hinterlistigen Betrugsmasche geworden. Zwei falsche Polizisten „kontrollierten“ den Geschädigten und ließen sich dabei rund 10.000 Euro Bargeld zur angeblichen Überprüfung aushändigen.
Als sie das Geld in Händen hatten, flüchteten sie mit einem schwarzen Audi. Trotz sofortiger Fahndung fehlt von den falschen Beamten und dem Geld jede Spur.
Gegen 19.00 Uhr hatte der Fahrer eines schwarzen Audi A 3 den bulgarischen Autointeressenten auf dem Parkplatz eines Motels in der Nürnberger Straße angesprochen. Er zeigte dem 42-Jährigen einen weißen Ausweis und gab sich als Polizeibeamter aus. Der Unbekannte durchsuchte den Mann und seinen 44-jährigen Begleiter und ließ sich deren Geldbörsen zeigen. Als er aus dem Portemonnaie des Geschädigten 10.000 Euro Bargeld genommen hatte, stieg er wieder in das Fahrzeug ein und fuhr mit seinem Komplizen, der im Auto gewartet hatte, davon.
Jetzt hoffen die Ermittler der Würzburger Kripo, mit einer Personenbeschreibung nähere Hinweise zur Identität des Täters zu bekommen.
Der Mann, der das Geld an sich genommen hat, wird wie folgt beschrieben:
Ca. 30 Jahre alt, ca. 170 cm groß, hagere Statur; trug dunkle Lederjacke mit weiß-rotem Kordelzug und eine dunkle Jeanshose.
• Wem ist am Montagabend gegen 19.00 Uhr ein schwarzer Audi A 3 im Bereich der Nürnberger Straße aufgefallen?
• Wer hat die Tatverdächtigen vielleicht noch gesehen oder in diesem Bereich sonst verdächtige Beobachtungen gemacht?
• Wo fehlen möglicherweise an dort in der Nähe geparkten Autos Kennzeichen, die zur Tatausführung abgeschraubt worden sein könnten?
Hinweise zu dem geschilderten Fall oder den gesuchten Männern erbittet die Kripo Würzburg unter Tel.-Nr. 0931/457-1732.
Betrugsserie reißt nicht ab
Dies ist bereits der fünfte Fall in der Region Mainfranken innerhalb der letzten 18 Monate, bei dem Betrüger als falsche Polizisten mit derselben Masche erfolgreich waren. Die Unbekannten hatten es jeweils gezielt auf Autokäufer aus osteuropäischen Staaten abgesehen, die stets hohe Bargeldsummen dabei hatten, um in Deutschland Gebrauchtwagen zu kaufen. Die Gesamtbeute beläuft sich zwischenzeitlich auf knapp 48.000 Euro.
Begonnen hatte die Betrugsserie durch falsche Polizeibeamte im August 2007. Damals waren drei Täter auf dem Parkplatz eines Kitzinger Lebensmitteldiscounters einem polnischen Kaufinteressenten gegenüber getreten und hatten mit der geschilderten Betrugsmasche 4.600 Euro ergaunert. In diesem Fall konnten Anfang 2008 die drei Tatverdächtigen ermittelt werden.
Nur wenige Wochen später, Ende September 2007, hatten es zwei Unbekannte auf einen litauischen Autokäufer abgesehen. Diesmal gaben sich die Männer als Zollbeamte aus und „kontrollierten“ den Geschädigten auf dem Parkplatz eines Kitzinger Autohauses. Die Höhe des gestohlenen Bargeldes betrug in diesem Fall 6.200 Euro.
Im dritten Fall, der sich Mitte November 2007 im Mainfrankenpark abspielte, erbeuteten drei Tatverdächtige ebenfalls auf einem Motel-Parkplatz satte 17.000 Euro von rumänischen Autokäufern. Auch diesmal tarnten sich die Betrüger als falsche Polizisten – einer trug sogar eine Jacke mit der Aufschrift „Polizei“. Nachdem die Täter abermals mit einem Fluchtauto das Weite gesucht hatten, entdeckte eine Polizeistreife im Rahmen der Fahndung, dass die Männer an einem geparkten Renault das hintere Kennzeichen abgeschraubt und es zur Tarnung an ihrem eigenen Fahrzeug angebracht hatten. Hier haben die Ermittlungen ergeben, dass offenbar einer der Täter, die in Kitzingen drei Monate zuvor aktiv waren, erneut seine Hände im Spiel hatte.
Der vierte Betrug spielte sich - wie auch der aktuelle Fall - Mitte Oktober 2008 auf dem Motel-Parkplatz in der Nürnberger Straße in Würzburg ab. Die Tatbeute belief sich in diesem Fall auf knapp 10.000 Euro.
Die Kripo bittet darum, bei erneutem Auftreten von falschen Polizisten sofort die Polizei zu verständigen und immer die Kennzeichen der benutzten Fahrzeuge sowie die Fluchtrichtung zu notieren, da im ersten der geschilderten fünf Fälle das Kennzeichen schließlich zur Festnahme der Tatverdächtigen geführt hat.
Quelle: PP Unterfranken - PM vom 28.01.2009
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