31 Denkmalschutzmedaillen verliehen
Die Bayerische Denkmalschutzmedaille wurde wie im Vorjahr am Tag des offenen Denkmals, heuer Sonntag, 14. September, von Kunstminister Thomas Goppel verliehen. Wie der Minister am Sonntag bei der bayerischen Auftaktveranstaltung im Passauer Rathaus hervorhob, verzeichnete der Tag des offenen Denkmals in den vergangenen Jahren einen stetig steigenden Publikumserfolg. „Der Tag des offenen Denkmals als Teil einer europaweiten Aktion ist die einzigartige Möglichkeit, das kulturelle Erbe vor der eigenen Haustür zu entdecken“, betonte Goppel. Am Sonntag seien insgesamt rund 1000 Denkmäler in Bayern zu besichtigen gewesen. „Dabei richtete sich der Blick weniger auf die bekannten Prachtbauten, sondern vielmehr auf die unentdeckten ‚Denkmäler von nebenan’, die ansonsten nicht zugänglich sind und an denen man allzu leicht vorbeigeht“, so der Minister weiter. Das diesjährige Motto „Vergangenheit aufgedeckt – Archäologie und Bauforschung“ legte den Schwerpunkt auf die Aufgaben, Methoden und Ergebnisse der Bodendenkmalpflege sowie der Bauforschung. Insgesamt 55.000 Bodendenkmäler seien auf der Bayerischen Denkmalliste verzeichnet.
Im Rahmen der zentralen Eröffnungsveranstaltung in Passau verlieh der Kunstminister die Denkmalschutzmedaille an Personen sowie Vereine und Institutionen, die sich besondere Verdienste um den Denkmalschutz und die Denkmalpflege erworben haben.
Die Auszeichnung erhielten heuer insgesamt
31 Persönlichkeiten sowie Vereine/Institutionen.
Auszeichnung für Persönlichkeiten aus Unterfranken:
• Seit der Gründung 1128 als Prämonstratenserkloster Kloster Oberzell (Zell am Main, Lkr. Würzburg, Unterfranken) blickt die Anlage auf eine reiche und wechselvolle Geschichte zurück. Nach einer industriellen Nutzung im Gefolge der Säkularisation kauften die Oberzeller Schwestern 1901 das Klosterareal und übernehmen seither die gewaltige Aufgabe der Pflege und des Unterhalts. Klosterkirche und Konventbau wurden in den letzten Jahren denkmalgerecht instand gesetzt. Generaloberin Veridiana Dürr hat das Projekt gegen alle Schwierigkeiten beharrlich und mutig geleitet. Die Oberzeller Franziskanerinnen (Dienerinnen der Hl. Kindheit Jesu vom Dritten Orden des Hl. Franziskus) waren den denkmalpflegerischen Notwendigkeiten gegenüber immer aufgeschlossen und haben so eine Jahrhundertaufgabe gemeistert. Es ist ihnen gelungen, eine der wichtigsten monumentalen Klosteranlagen Frankens denkmalgerecht und zeitgemäßen Bedürfnissen angepasst zu sanieren.
• Im Jahr 1998 erwarben die Eheleute Friedrich Staib und Bernadette Zurasky das ehem. Winzerhofgut aus dem 17. Jh. in Sulzfeld a. Main (Lkr. Kitzingen, Unterfranken). Acht Jahre, von 1999 bis 2007, dauerte die Gesamtinstandsetzung. Historische Teile der Fenster und Türen wurden repariert, fehlende in bauzeitlicher Formensprache ergänzt, die barocke Treppenanlage restauriert und das gesamte Gebäude denkmalverträglich modernisiert. Heute ist die Historie der Anlage in all ihren zeitlichen Schichten wieder ablesbar.
Aus terminlichen Gründen konnten nicht an der Ehrung teilnehmen:
• Familie Stegerwald aus Retzbach im Lkr. Main-Spessart,
• Dieter Hofmann aus Lohr am Main ebenfalls im Lkr. Main-Spessart.
Die Denkmalschutzmedaille wird seit 1977 alljährlich auf Grund von Vorschlägen der Regierungen, Bezirke, Landkreise, Kirchen, des Landesamts für Denkmalpflege und privater Eingaben verliehen. Sie zeigt auf ihrer Vorderseite ein Portrait König Ludwig I., der im Jahre 1835 – in einer Zeit, in der die Menschen größtenteils noch sorglos mit den Zeugnissen der Vergangenheit umgingen – mit der Errichtung einer „Generalinspektion der plastischen Denkmäler des Reiches“ den Grundstein für die staatliche Denkmalpflege legte.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst - PM vom 15.09.2008
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