Enkeltrick beschäftigt weiter die Polizei
WÜRZBURG - Die Befürchtungen der unterfränkischen Polizei, dass die Täter nach zwei gelungenen Enkeltrickbetrügereien in Würzburg und Aschaffenburg in der vergangenen Woche weiter mit ihrer perfiden Masche an das Geld älterer Leute kommen wollen, hat sich im Laufe des Mittwochs massiv bestätigt. In mindestens zehn Fällen hat ein Anrufer versucht, Rentner durch die Vorspiegelung einer Notsituation zur Übergabe größerer Geldsummen zu bewegen.
In allen Fällen war es ein Mann, der sich ab Mittag bei den älteren Leuten telefonisch gemeldet hatte. Dabei ging es z.B. darum, dass sich der angebliche Neffe oder Enkel ein Haus kaufen bzw. ein Haus abbezahlen wollte und dafür kurzfristig Beträge in Höhe von 5.000 bis 30.000 Euro benötigte. Durch geschickte Fragestellung war es dem Anrufer oft gelungen, den Namen des tatsächlichen Verwandten herauszubekommen, für den er sich dann auch ausgab.
Allerdings scheint das Phänomen Enkeltrick nicht zuletzt durch die vielen Warnhinweise der Polizei auch gerade bei dem gefährdeten Personenkreis immer bekannter zu werden. In Würzburg reagierten am Mittwoch alle angerufenen Personen richtig und gingen auf die Geldforderungen nicht ein. Gut war, dass auch die Polizei verständigt wurde.
Erfolgreicher waren die Betrüger am Dienstag der vergangenen Woche in Würzburg. Dabei brachten sie eine ältere Frau dazu, einem wildfremden Mann nach einem vorherigen Telefonat der angeblichen Enkelin 10.000 Euro auszuhändigen. Tags darauf waren vermutlich die gleichen Täter in Aschaffenburg erneut am Werk. Diesmal überredeten sie ein Ehepaar zur Übergabe von 7.000 Euro.
Das massive Vorgehen des Anrufers im Laufe des Mittwochs in Würzburg bestätigt die Befürchtungen der Polizei, dass das Thema Enkeltrick noch lange nicht ausgestanden ist.
Deshalb ergeht noch einmal die Bitte an Verwandte, diese Vorgehensweise der Betrüger unbedingt mit dem gefährdeten Personenkreis, den älteren Menschen, immer wieder zu besprechen. In der Tat müssen alle Alarmglocken läuten, wenn sich ein Anrufer mit dieser Masche am Telefon meldet. Grundsätzlich sollte nie fremden Menschen Geld übergeben werden.
Wichtig ist: sofort die Polizei verständigen.
Quelle: PP Unterfranken - PM vom 04.09.2008
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